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Auf den Spuren islamischer Handschriften

Exkursion nach Gotha: ein Nachbericht von Fatma Karakaşlı

Im Rahmen des Seminars „Erbe der Zukunft – Handschriften in der islamischen Welt: Über Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit digitalisiertem Kulturgut“ fand am 24. Juli 2025 eine spannende Exkursion nach Gotha statt. Die Online-Lehrveranstaltung entstand in Kooperation der Fachbereiche 06 (Religionswissenschaft, Dr. des. Nadine Löhr) und 08 (Islamische Studien, Nadja Aboulenein) sowie des Instituts für den Nahen und Mittleren Osten an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Dr. Juli Singer). Im Zentrum standen die Untersuchung von Manuskripten anhand von Digitalisaten und damit verbundene Fragen des Schutzes kulturellen Erbes. Unter der Leitung von Nadine Löhr machten sich sieben Studierende und drei Dozierende in der letzten Sitzung und als Abschluss des Seminars auf den Weg zur Forschungsbibliothek Gotha, um dort einzigartige Einblicke in die Welt arabischer Handschriften zu erhalten. Gefördert wurde die Exkursion über QSL-Projektmittel des Fachbereichs 06.

Den Auftakt bildete ein informativer Vormittag mit dem Kurator Dr. Feras Krimsti, der die Gruppe im Schloss Friedenstein begrüßte. Er gab einen Überblick über die Geschichte der Gothaer Sammlung orientalischer Handschriften und erläuterte die zentrale Rolle, die Ulrich Jasper Seetzen (1767–1811) bei der Entstehung der Sammlung spielte. Seetzen hatte die wertvollen Manuskripte während seiner Expeditionen durch die arabische Welt im Auftrag des Herzogs von Sachsen-Gotha-Altenburg zusammengetragen. Heute zählt diese Sammlung zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa.

Am Nachmittag stand die praktische Arbeit mit ausgewählten Handschriften im Mittelpunkt. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhielt die Gelegenheit, ein Manuskript näher zu analysieren, seine Besonderheiten vorzustellen und im Plenum zu diskutieren. Dabei wurde nicht nur die historische und philologische Bedeutung der Texte deutlich, sondern auch die Herausforderungen, die sich bei der digitalen Erschließung und Zugänglichmachung solcher Kulturgüter ergeben.

Eine anschließende Führung durch die Bibliothek mit Dr. Katrin Henzel rundete den Tag ab und vermittelte einen Eindruck von der langen Tradition der Gothaer Sammlungspflege. Am Ende der Exkursion zeigten sich alle Teilnehmenden beeindruckt von der Vielfalt und Tiefe des Materials. Die Reise nach Gotha bot eine wertvolle Gelegenheit, theoretische Fragen des Seminars mit der konkreten Arbeit an historischen Quellen zu verbinden – und damit das „Erbe der Zukunft“ im wahrsten Sinne des Wortes greifbar zu machen.