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Supervisor Peer Coaching – Kollegialer Austausch für eine reflektierte Promotionsbetreuung

Die Betreuung von Promovierenden gehört zu den zentralen Aufgaben im Wissenschaftssystem – und zugleich zu den anspruchsvollsten. Neben fachlicher Expertise sind kommunikative Stärke, Rollenbewusstsein und ein sensibles Gespür für individuelle Betreuungssituationen gefragt. Dennoch bleibt der strukturierte Austausch über Betreuungspraxis im akademischen Alltag oft begrenzt.

Mit dem neuen Supervisor Peer Coaching bietet GRADE ein innovatives Format, das genau hier ansetzt: Es schafft einen geschützten, kollegialen Raum für Professor*innen und Postdocs, um Erfahrungen zu teilen, konkrete Herausforderungen zu reflektieren und gemeinsam tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.

Riswana Yaqoob

Ein Raum für Reflexion, Austausch und Weiterentwic

Das Programm richtet sich ausdrücklich sowohl an Professor*innen als auch an Postdocs, die formal oder informell in die Betreuung von Promovierenden eingebunden sind. Ziel ist es, die eigene Betreuungspraxis systematisch weiterzuentwickeln, ein persönliches Betreuungsleitbild zu schärfen und langfristig die Qualität der Promotionsbetreuung zu stärken.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Vermittlung abstrakter Konzepte, sondern die Arbeit an realen Fällen aus dem akademischen Alltag der Teilnehmenden.

Kollegiale Fallberatung als methodischer Kern

Zentrales Element des Formats ist die kollegiale Fallberatung. Teilnehmende bringen konkrete Situationen oder Fragestellungen aus ihrer Betreuungspraxis ein, die in der Gruppe in einem strukturierten Prozess bearbeitet werden. Unterschiedliche Perspektiven werden eingenommen, Hypothesen entwickelt und Handlungsoptionen gemeinsam erarbeitet.

Durch wechselnde Rollen innerhalb der Gruppe – etwa als Fallgebende, Moderierende oder Feedbackgebende – entsteht ein dynamischer Lernprozess, der vielfältige Blickwinkel eröffnet und die Reflexionsfähigkeit stärkt.

Begleitet wird die Gruppe zu Beginn durch eine erfahrene Coach, bevor die Teilnehmenden zunehmend eigenständig arbeiten und eine nachhaltige Peer-Struktur aufbauen.

 

Aufbau: Begleitet, praxisnah und nachhaltig

Das Supervisor Peer Coaching ist als hybrides Programm über einen Zeitraum von rund neun Monaten angelegt. Es kombiniert moderierte Treffen mit selbstorganisierten Arbeitsphasen:

  • Auftakt (26. Juni 2026, 13–17 Uhr, Campus Westend): Einführung in Methode, Kennenlernen und Aufbau einer vertrauensvollen Arbeitsbasis
  • Vertiefung (1. September 2026, 13–17 Uhr): Erste Fallarbeit unter Begleitung der Coach
  • Selbstorganisierte Phase: Eigenständige Treffen der Gruppe (z. B. November 2026, Januar 2027)
  • Abschluss (19. März 2027, 13–17 Uhr): Gemeinsame Reflexion und Transfer in die eigene Praxis

Alle Treffen finden in englischer Sprache statt. Ergänzend besteht die Möglichkeit, bei Bedarf externe Expert*innen zu spezifischen Themen wie Konfliktmanagement, mentale Gesundheit oder Diversität in der Betreuung einzubinden.

Vertraulichkeit und kollegiale Unterstützung

Ein zentrales Prinzip des Formats ist die Vertraulichkeit. Sie bildet die Grundlage für einen offenen, ehrlichen Austausch und ermöglicht es den Teilnehmenden, auch herausfordernde Situationen aus ihrer Praxis einzubringen.

Gleichzeitig entsteht durch die kontinuierliche Zusammenarbeit ein interdisziplinäres Netzwerk, das über die Programmlaufzeit hinaus Bestand haben kann.

Teilnahme und Registrierung

Die Ausschreibung läuft von Mitte April bis Ende Mai 2026. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail zu registrieren und dabei kurz ihre Betreuungserfahrung, Erwartungen sowie mögliche Themen für das Peer-Coaching zu skizzieren. Ein kurzer Lebenslauf (max. zwei Seiten) ist ebenfalls einzureichen.

Zum Abschluss des Programms kann ein Zertifikat ausgestellt werden, das die erworbenen Kompetenzen dokumentiert.