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„Contact Zones“ - Aushandlung und Übersetzung von Wissen unter Bedingungen von Ungleichheit

Öffentliche Veranstaltungsreihe des Cornelia Goethe Centrums im Sommersemester 2026

FRANKFURT. Wissen ist nicht neutral. Es entsteht in bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhängen, wird weitergegeben, verändert und übersetzt – und ist dabei stets von Machtverhältnissen geprägt. In einer Zeit, in der kritisches Wissen und kritische Wissenschaft(en) zunehmend unter politischem Druck stehen, lohnt es sich, genauer auf die Kontaktzonen zu schauen, in denen dominantes und kritisches Wissen aufeinandertreffen: Wer darf in welchen Räumen als Wissende*r auftreten? Welche Erfahrungen finden Gehör, welche werden übersehen oder zum Schweigen gebracht? Diese Fragen sind heute so dringend wie selten zuvor, nicht nur für und in der Wissenschaft. Die Veranstaltungsreihe der Cornelia Goethe Colloquien richtet den Blick daher auch auf Bildung, Literatur und Journalismus.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe steht der Begriff der Übersetzung – nicht nur im sprachlichen Sinne, sondern als Metapher für die Begegnung unterschiedlicher Wissensformen, Körper und Erfahrungen. Übersetzung meint hier auch: Was geht verloren, wenn Wissen den Ort wechselt? Was verschiebt sich beispielsweise, wenn Konzepte aus sozialen Bewegungen in akademische Theorien wandern – oder umgekehrt? Solche Übergänge verlaufen nie reibungslos. Sie finden unter Bedingungen von Ungleichheit statt – und genau darin liegt ihre politische Brisanz. Die Veranstaltungsreihe lädt dazu ein, diese Prozesse gemeinsam aus einer Perspektive zu erkunden, die die Situiertheit von Wissen stark macht.

Den Auftakt der Reihe bildet am Mittwoch, den 29.04.2026 um 18:15 Uhr, ein Gespräch über James Baldwin – Schriftsteller, Essayist und Aktivist der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, der seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Wiederentdeckung erlebt. Seine Zitate kursieren auf Instagram, Postkarten und Stoffbeuteln – doch was bedeutet diese Allgegenwart? Wird eine komplexe politische Stimme lebendig gehalten, oder eingedampft auf eingängige Slogans? Und was sagt es über unsere Gegenwart, dass ein Autor, der über Rassismus, Identität und gesellschaftliche Ausgrenzung geschrieben hat, heute so dringend gebraucht zu werden scheint?

Über diese Fragen sprechen René Aguigah, der 2024 mit „James Baldwin. Der Zeuge“ die erste deutschsprachige Monografie über Baldwin vorlegte, und Miriam Mandelkow, die Baldwins Werk seit 2018 neu ins Deutsche übersetzt – zuletzt ausgezeichnet mit dem Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk (2025). Das Gespräch wird geführt von Prof. Bettina Kleiner und Prof. Christiane Thompson, die auch die Reihe konzipiert haben.

Die Veranstaltungsreihe ist offen für alle Interessierten.

CGC / Mev Skuroshi

Büro für PR und Kommunikation

Dr. Dirk Frank

Dr. Dirk Frank

Stellv. Pressesprecher

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