Sozialethik im Gesundheitswesen
Wir untersuchen Fragen von Gerechtigkeit, Fairness und Verantwortung in der Gesundheitsversorgung pluraler Gesellschaften.
Wir untersuchen Fragen von Gerechtigkeit, Fairness und Verantwortung in der Gesundheitsversorgung pluraler Gesellschaften.
Wir analysieren Machtverhältnisse und stärken die Perspektive von Betroffenen – mit Fokus auf Handlungsfähigkeit und Wiederermächtigung.
Wir arbeiten zur Bedeutung von Paul Ricœur für Fragen moralischer Identität, Handlungsfähigkeit und Gerechtigkeit.
Eine Frage der Selbstbestimmung - Das Konzept der informierten Einwilligung vor dem Hintergrund der Lebendnierenspende
Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Situation der Lebendnierenspende in Deutschland. Da die Lebendnierenspende einen fremdnützigen Eingriff darstellt, sind aus ethischer Sicht besondere Ansprüche an die Einwilligung zu stellen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf der ethischen Analyse der Entscheidungsautonomie von Lebendnierenspenderinnen und -spendern, wobei das Konzept der informierten Einwilligung einen wesentlichen Bezugspunkt darstellt.
Sozialethik der internationalen Anwerbung von Gesundheitsfachpersonal. Analyse und Kritik globaler Migrationsregime
Das Forschungsprojekt widmet sich einer Analyse und Kritik bisheriger internationaler Regulationspraktiken in Bezug auf die Anwerbung von Gesundheitsfachpersonal. Im Rahmen einer Diskursanalyse stehen zunächst bestehende Abkommen wie der WHO Code of Practice im Vordergrund. Dabei wird insgesamt darauf gezielt die zahlreichen normativen Herausforderungen etwa auf Ebene globaler Ungleichheiten in diesem Feld herauszuarbeiten und über eigene sozialethische Reflexionen und Konzeptionierungen ethische Vorschläge für eine gerechtere und nachhaltigere Regulation zu unterbreiten.
On the Ethical Evaluation of State-building Processes with Special Consideration of the Role of Religious Actors
Das Projekt untersucht die normativen Grundlagen internationaler Statebuilding-Prozesse. Im Zentrum steht die Frage, wie ein normativer Korridor zur zukünftigen Bewertung solcher Prozesse konzipiert werden kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Rolle religiöser Akteure sowie der Abwägung unterschiedlicher Vorstellungen von Staat, Sicherheit und Gerechtigkeit. Darüber hinaus wird erörtert, wie eine theologische Ethik für die Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen entwickelt werden sollte.
Das Recht auf Arbeit von Menschen mit geistiger Behinderung
Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, welchen sozialethischen Wert das Recht auf Arbeit, das in der Allgemeinen Menschenrechtserklärung postuliert und in der Behindertenrechtskonvention konkretisiert wird, in Angesicht von Arbeitslosigkeit und prekären Arbeitsverhältnissen hat. Ausgehend von dieser Analyse soll erarbeitet werden, welche besonderen Implikationen sich bei der Verwirklichung des Rechts auf Arbeit in Bezug auf Menschen mit geistiger Behinderung ergeben.
Sich selbstbestimmt zu Tode fasten. Zur ethischen Bewertung des freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF)
Der Freiwillige Verzicht auf Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, mit dem schwerkranke Menschen im Klinikkontext ihren Sterbevorgang beschleunigen wollen, wird aus der berufsethischen Sicht der Klinikseelsorge reflektiert. Die Spannung zwischen dem dem Respekt vor der Autonomie der Patient:innen und einer christlichen Haltung der Lebensbejahung steht im Mittelpunkt.
Die Praxis der perinatalen Palliativbetreuung in ethischer Perspektive
Die Betreuung von Un- und Neugeborenen mit lebensbedrohlichen und lebenslimitierenden Erkrankungen entfaltet sich im Spannungsfeld von Schwangerschaft, Geburt und Tod. Neben der Untersuchung der vorhandenen Behandlungsoptionen im Bereich der perinatalen Palliativbetreuung sollen auch die beteiligten Akteure, Rollenbilder sowie die relevanten rechtlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Normen berücksichtigt werden. Die abschließende ethische Analyse und Beurteilung von Konfliktsituationen soll dazu beitragen, Leitlinien für die Zukunft zu entwickeln und Belastungssituationen sowie moralische Konflikte in der perinatalen Palliativbetreuung zu verringern.
Macht und Missbrauch in der Katholischen Kirche: Narration, Agency und Tabu in Autobiografien von Betroffenen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend
Die Dissertation untersucht autobiografische Texte von Betroffenen sexualisierter Gewalt im Kontext der katholischen Kirche und analysiert, wie das Erlebte narrativ rekonstruiert, verortet und gedeutet wird. Im Zentrum steht die Frage nach Agency: Inwiefern kann autobiografisches Erzählen zur (Re-)Konstruktion von Identität und zur Wiedergewinnung von Handlungsfähigkeit beitragen? Darüber hinaus wird untersucht, welche Rolle Tabus – verstanden als soziale, institutionelle und sprachliche Grenzen des Sagbaren – in diesen Erzählprozessen spielen und wie sie Agency begrenzen oder ermöglichen.
Die christliche Moralprägung im Kampf gegen Korruption. Eine sozialethische Untersuchung zur gesellschaftlichen Habitualisierung und empirischen Kausalität (erschienen in: Göttingen: Cuvillier Verlag, 2025).
Der Mensch als Schöpfer seiner selbst? Gentechnik und Embryonenforschung als Herausforderung der islamischen Theologie zwischen Tradition und Moderne im Anspruch der Zukunft (Dissertation 2022).
Lebensrealität und Rente. Die Verteilungsprinzipien der gesetzlichen Rentenversicherung angesichts der Pluralisierung der Erwerbs- und Lebensformen – eine ethische Untersuchung (erschienen in: Ethik in den Sozialwissenschaften 4, Baden-Baden: Nomos 2021).