Der Fischembryo-Toxizitätstest, der Daphnien-Immobilisierungstest und der Algenwachstumshemmungstest – auch als „aquatische Trias“ bezeichnet – gehören zu den grundlegenden Tests, die im Studentenlabor „Goethe Goes Environment“ durchgeführt werden. Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter geben in den folgenden Abschnitten einen kurzen Überblick über die einzelnen Tests.
Fischembryo-Toxizitätstest (FET)
Eines der Hauptziele hier bei E3T ist es, den Empfehlungen des 3R-Konzepts in der Tierversuchspraxis zu folgen. Das 3R-Prinzip umfasst (1) die Reduzierung der Anzahl der verwendeten Tiere, (2) die Verbesserung der Testverfahren und letztendlich (3) den Ersatz von Tierversuchen durch neue alternative Methoden. Der Fischembryo-Toxizitätstest (FET) ist ein Bioassay, der als Alternative zum ursprünglichen akuten Fischtoxizitätstest entwickelt wurde. Der FET wird eingesetzt, um die akute Toxizität von Umweltproben auf das Embryonalstadium von Fischen (Teratogenität) zu bewerten. Der FET hat sich als neuartiges Instrument in der ökotoxikologischen Forschung etabliert und ist ein bewährtes Testverfahren, das in mehreren internationalen Richtlinien (DIN EN ISO 15088: 2009-06 und OECD-Test Nr. 236) validiert wurde.
Der FET wird mit Embryonen des Zebrafisches (Danio rerio) durchgeführt, einem hervorragenden Modellorganismus für ökotoxikologische Studien. Zebrafische sind leicht zu halten und können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Ein Gelege kann bis zu 200–300 Eier enthalten und die Regenerationszeit der weiblichen Fische ist relativ kurz. Die Hauptvorteile sind jedoch das transparente Chorion, das eine einfache Untersuchung des Embryos ermöglicht, die schnelle Embryonalentwicklung und die hohe Empfindlichkeit gegenüber Umweltgiften.
Der FET wird in kleinen Glasschalen durchgeführt, es wurde jedoch eine miniaturisierte Version unter Verwendung von 96-Well-Platten entwickelt, die Teil unseres aktuellen Assay-Portfolios ist. Beide Versionen untersuchen vier Mortalitätsendpunkte (Abbildung 1):
Koagulation
Fehlender Herzschlag
Ausbleibende Ablösung des Schwanzes
Ausbleibende Somitenbildung (nur OECD 236)
Zusätzlich zu diesen Standardendpunkten untersuchen wir auch weitere Endpunkte, um eine spezifischere, auf den Wirkmechanismus ausgerichtete Bewertung von Umweltproben zu ermöglichen.
