Alle Artikel zum Thema Pharmazie
News aus dem Fachbereich Pharmazie der Goethe-Universität Frankfurt.
Am 12. Juni feiert das von Studierenden organisierte Wissenschaftsfest seinen 20. Geburtstag: mit über 90 Vorträgen, spannenden Führungen, interaktiven Formaten und zahlreichen Ständen für alle wissbegierigen Besucher*innen.
Eine neue Künstliche Intelligenz zur Reduktion von Tierversuchen haben Forschende der Goethe-Universität und der Philipps-Universität Marburg in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP entwickelt. Die KI namens genESOM wurde darauf trainiert, die Struktur kleiner Datensätze zu “lernen“. Das Gelernte nutzt die KI, um neue Datenpunkte zu generieren. Diese Datenpunkte geben die Eigenschaften der im Versuch erhobenen Daten so korrekt wieder, als ob sie ebenfalls im Laborexperiment erhoben worden wären. Künftig könnten mittels „genESOM“ bei der Testung neuer Wirkstoffe zwischen 30 und 50 Prozent weniger Versuchstiere benötigt werden.
Einst galt die „Pille“ als revolutionär, dann wurde sie zum gängigsten Verhütungsmittel, heute sehen Menschen die Kontrazeption mithilfe von Hormonen vielfach kritisch. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität und ihrer Kooperationspartner am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Ludwig-Maximilians-Universität München hat jetzt das Projekt PREVENT zur Entwicklung nicht-hormoneller Verhütungsmittel gestartet. Die Forschenden wollen ein Verfahren zur Entwicklung neuartige Wirkstoffe zur Empfängnisverhütung bei Frau und Mann etablieren. PREVENT wird vom Bundesforschungsministerium bis 2029 mit 3 Millionen Euro gefördert.
Künstliche Intelligenz könnte die Wirkstoffforschung erheblich zu verbessern – doch es mangelt an öffentlich zugänglichen Daten zum Training der KI-Modelle. Das internationale Konsortium LIGAND-AI mit Partnerinnen aus Wissenschaft und Industrie wird in großem Maßstab hochwertige, öffentlich zugängliche Daten erzeugen, die beschreiben, wie kleine Moleküle mit menschlichen Proteinen interagieren. Diese Daten werden anschließend zur Entwicklung und zum Training von KI-Modellen in der Wirkstoffforschung genutzt. Die Innovative Health Initiative fördert LIGAND-AI mit mehr als 60 Millionen Euro. Die Goethe-Universität leitet den Bereich der medizinischen Chemie des Projekts.