Publikationsfonds der UB Frankfurt wird weiter gefördert.
Der freie und kostenfreie Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen im Internet, bekannt als Open Access (OA), gewinnt weltweit und an der Goethe-Universität zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Forschende, Lehrende und Studierende entscheiden sich, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse frei zugänglich zu veröffentlichen. Dieser Trend lässt sich in steigenden Publikationszahlen sowie in der verstärkten Nutzung der Beratungs- und Unterstützungsangebote der Universitätsbibliothek (UB) ablesen. Mit der erneuten Förderung des Open-Access-Publikationsfonds durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erhält diese Entwicklung zusätzlichen Rückenwind und stärkt Open Access als wichtigen Bestandteil des wissenschaftlichen Publizierens an der Goethe-Universität.
Freier Zugang stärkt Wissenschaft und Sichtbarkeit
Offen zugängliche Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit und beschleunigt wissenschaftliche Erkenntnisprozesse. Sie ermöglicht es Forschenden weltweit, unmittelbar auf neue Ergebnisse zuzugreifen, ohne durch Bezahlschranken limitiert zu werden. Für Autor*innen bedeutet dies eine größere Sichtbarkeit ihrer Arbeiten und häufig eine höhere Zitationsrate.
Institutionell stärkt Open Access die Forschungsinfrastruktur nachhaltig. Die freie Verfügbarkeit von Wissen unterstützt transparente wissenschaftliche Arbeitsweisen, erleichtert die Nachnutzung von Ergebnissen und fördert Innovation.
Publikationsfonds sichert finanzielle Unterstützung
Die UB Frankfurt unterstützt mit dem OA-Publikationsfonds Forschende finanziell bei der Veröffentlichung in qualitätsgesicherten Open-Access-Zeitschriften. Die erneute Finanzierung des Fonds durch die DFG sichert die Fortsetzung dieser Unterstützung. Gerade in Zeiten knapperer Landesmittel stellt die DFG-Förderung eine wichtige Säule der Open-Access-Finanzierung an der Goethe-Universität dar.
Gefördert werden insbesondere Artikel in reinen Open-Access-Zeitschriften („Gold Open Access“), die im Directory of Open Access Journals gelistet sind. Zu den Voraussetzungen zählt unter anderem die Zugehörigkeit der einreichenden Person als „Corresponding Author“ zur Goethe-Universität sowie die Einhaltung einer festgelegten Obergrenze für Publikationsgebühren (APCs) von aktuell 1400 Euro brutto. Hybrid-Zeitschriften (sowohl kostenpflichtig als auch frei zugänglich) werden in der Regel nicht gefördert, es sei denn, sie fallen unter Transformationsverträge, an denen die Goethe-Universität teilnimmt.
Neue Fördervoraussetzung: CC BY als Standard
Eine wichtige Neuerung tritt zum 1. Juli 2026 in Kraft: Künftig ist die Lizenz CC BY (Namensnennung) verpflichtende Voraussetzung für eine Förderung aus dem Publikationsfonds. Diese Lizenz wird von der Organisation Creative Commons bereitgestellt und gilt als internationaler Standard für offene wissenschaftliche Publikationen. CC BY erlaubt es, wissenschaftliche Werke zu teilen, zu verbreiten und weiterzuverarbeiten sowohl für nichtkommerzielle als auch für kommerzielle Zwecke. Voraussetzung ist lediglich die korrekte Nennung der ursprünglichen Autorin bzw. des ursprünglichen Autors. Diese Offenheit erhöht Reichweite sowie Wirkung wissenschaftlicher Arbeiten erheblich und schafft zugleich klare rechtliche Rahmenbedingungen für ihre Nutzung.
Die Einführung der CC-BY-Lizenz entspricht den Anforderungen großer Forschungsförderer, darunter die DFG sowie Programme der Europäischen Union. Für Forschende bedeutet dies neben mehr Reichweite und Zitationswahrscheinlichkeit zugleich eine bessere Anschlussfähigkeit ihrer Publikationen an internationale Open-Science-Anforderungen mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen für die Weiterverwendung und Archivierung.
Umfassende Serviceangebote der Universitätsbibliothek zu Open Access
Neben der finanziellen Förderung bietet die UB ein breites Spektrum an Serviceangeboten im Bereich Open Access. Dazu gehören individuelle Beratungen zu Publikationsstrategien, rechtlichen Fragen und Lizenzoptionen ebenso wie Hilfestellungen bei Fragen zu DEAL-Verträgen und der Auswahl geeigneter Open-Access-Zeitschriften. Darüber hinaus informiert die UB über Transformationsvereinbarungen, Fördermöglichkeiten und organisiert regelmäßig Workshops sowie Schulungen. Das vielfältige Veranstaltungsprogramm richtet sich insbesondere an Wissenschaftler*innen, die sich mit den Grundlagen und Anforderungen des wissenschaftlichen Publizierens vertraut machen möchten.
Open Access als Zukunftsmodell
Die erneute Förderung des Publikationsfonds stärkt Open Access und verbessert die Rahmenbedingungen für die freie Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse an der Goethe-Universität. Im Sommersemester 2026 setzt die Universitätsbibliothek ihr Engagement mit der Workshopreihe „Data Literacy und digitale Forschungspraxis“ fort. Die Reihe vermittelt eine strukturierte Einführung sowie thematische Vertiefungen in zentrale Bereiche digitaler Forschungspraxis. Geplant sind unter anderem Einführungsworkshops zu Open Access sowie Seminare zu Creative-Commons-Lizenzen, insbesondere zur neuen CC-BY-Pflicht. Die Termine werden auf der Webseite der Universitätsbibliothek bekanntgegeben.
Melanie Baunemann