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Au•t•op•sien

Interdisziplinäre Reihe des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften (FZHG) und der Universitätsbibliothek (UB)

Wer bei dem Wort „Autopsie“ gleich an Obduktion menschlicher Körper denkt, wird enttäuscht sein, wenn er/sie sich zum Campus Westend aufmacht: Dort treffen sich zweimal im Semester Sammlungskurator*innen aus der Universitätsbibliothek und GU-Forscher*innen zum lockeren Austausch. Ihre Autopsien verlaufen ganz und gar unblutig, ausgelöst wird lediglich die geistige Gänsehaut.

„Autopsie“ meint ursprünglich „mit eigenen Augen sehen“. In der im WS 2024/25 etablierten Reihe geht es um die Sichtung und Kontextualisierung seltener, oft unikaler Objekte aus den UB-Sammlungsbeständen, die coram publico in Augenschein genommen werden – sofern kuratorisch vertretbar, immer im Original. Die Vortrags-Tandems verknüpfen dabei Forschungsfragen der Humanities mit Handschriften, besonderen Büchern oder nichttextuellen Materialien. Im Fokus stehen auch die zahlreichen Serviceleistungen der UB, die zur Forschungsunterstützung etabliert wurden.

Die kurzweilig ausgerichteten „Au•t•op•sien“ sollen Wissenschaftler*innen aus allen Fachbereichen zur lokalen, bestandsbezogenen Forschungsarbeit anregen. Während sich im vergangenen Wintersemester die Handschriftenabteilung und die Hebraica-Sammlung präsentierten, finden sich im Sommer Vertreter*innen der Musik- und Theater-Sammlung sowie der Sammlung Deutscher Drucke 1801–1870 mit Goethe-Uni-Dozent*innen zusammen.

 

Dr. Volker Michel