Der Bundesrat hat vergangene Woche dem Altersvorsorge-Reformgesetz zugestimmt und damit die staatlich geförderte bisherige Riester-Rente reformiert. Prof. Raimond Maurer vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität war Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Fokusgruppe private Altersvorsorge, die viele der Reformvorschläge erarbeitet hat. Er lobt, dass die Regierung auf den Rat der Experten gehört hat, und wünscht sich das auch für weitere Reformvorhaben.
Mit dem Beschluss des Bundesrates hat das Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge die letzte parlamentarische Hürde genommen, nachdem es zuvor bereits die dritte Lesung im Deutschen Bundestag passiert hatte. Nach Ausfertigung durch den Bundespräsidenten und Verkündung im Bundesgesetzblatt kann die Reform wie vorgesehen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Mit dem Gesetz wird die bisherige Riester-Rente grundlegend weiterentwickelt. Die Reform soll die staatlich geförderte private Altersvorsorge einfacher, flexibler, kostengünstiger und renditestärker machen. Sie reagiert damit auf die seit Jahren stagnierende Verbreitung der Riester-Rente und setzt einen wichtigen Impuls für mehr private Vorsorge.
Dabei geht es nicht nur um die mehr als 15 Millionen bereits bestehenden Riester-Verträge. „Die Reform eröffnet insbesondere der jungen Generation die Möglichkeit, frühzeitig, kostengünstig und mit staatlicher Unterstützung an den langfristig hohen Ertragschancen der Kapitalmärkte für die Altersvorsorge teilzuhaben“, erläutert Prof. Raimond Maurer, an der Goethe-Universität Professor für Investment, Portfolio Management und Alterssicherung. „Gerade angesichts des demografischen Wandels ist es entscheidend, die Chancen langfristiger Kapitalanlage besser zu nutzen.“
Aus Sicht von Prof. Maurer ist besonders erfreulich, dass der Gesetzgeber im Kern den Reformvorschlägen der von der Bundesregierung im Jahr 2023 eingesetzten Fokusgruppe private Altersvorsorge gefolgt ist, der er angehörte. „Bemerkenswert ist zudem, dass die Reform über den Regierungswechsel hinweg im Kern erhalten geblieben ist. Gegenüber dem Abschlussbericht der Fokusgruppe hat es im weiteren Gesetzgebungsverfahren nur wenige Änderungen gegeben. Diese halte ich im Wesentlichen für sachgerecht und sinnvoll; insbesondere wurden die Kernideen der Reform nicht verwässert. Insgesamt ist die Reform ein wichtiger Schritt, um die private Altersvorsorge in Deutschland zukunftsfester, kapitalmarktnäher und vor allem für die junge Generation attraktiver zu machen.“
Wünschenswert wäre aus Maurers Sicht, dass diese Leitideen nun auch in den weiteren Reformvorhaben der Bundesregierung zum Alterssicherungssystem aufgegriffen werden — insbesondere bei der Frühstartrente und der betrieblichen Altersversorgung: „Wenn es gelingt, diese drei Systeme klug miteinander zu verzahnen, hätte Deutschland die Chance, eines der modernsten Alterssicherungssysteme der Welt zu schaffen.“

Prof. Dr. Raimond Maurer, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Raimond Maurer, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften