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Frankfurt Conservation Center setzt leuchtenden Auftakt für den Naturschutz

Internationales Kompetenzzentrum für Biodiversitäts- und Naturschutz in Frankfurt offiziell eröffnet

Prof. Dr. Enrico Schleiff (Goethe-Universität), Prof. Dr. Klement Tockner (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Patricia Zurita (Conservation International), Christof Schenck (Zoologische Gesellschaft Frankfurt), Dr. Felix Gaschick (FCC).

Prof. Dr. Enrico Schleiff (Goethe-Universität), Prof. Dr. Klement Tockner (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Patricia Zurita (Conservation International), Christof Schenck (Zoologische Gesellschaft Frankfurt), Dr. Felix Gaschick (FCC).

Jeldrik Schröer

Das Frankfurt Conservation Center (FCC) wurde heute im Rahmen eines feierlichen Festakts in der Villa 102 der KfW Stiftung offiziell eröffnet. Zu den Gästen zählten unter anderem die Frankfurter Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Ina Hartwig sowie Patricia Zurita, Executive Director von Conservation International und Keynote-Speakerin Sylvie Goulard. Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, übersandte ein digitales Grußwort. Das FCC versteht sich als internationales Kompetenzzentrum für Biodiversitäts- und Naturschutz und bringt Wissenschaft, Praxis, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um globale Herausforderungen im Naturschutz gemeinsam anzugehen. Perspektivisch wird das FCC seinen Sitz in einem eigenen Gebäude auf dem Gelände des Frankfurter Zoos haben – zahlreiche Aktivitäten und Kooperationen zwischen den Partnerorganisationen sind aber heute bereits angelaufen.

Sein leuchtendes Logo auf der Bühne stand beim heutigen Festakt sinnbildlich für den Anspruch des Frankfurt Conservation Center: Weit über Frankfurt hinaus Wirkung zu entfalten und zu strahlen. Die Idee für das FCC entstand bereits im Jahr 2020. Seither haben das Land Hessen, die Stadt Frankfurt, die Gründungspartner sowie zahlreiche nationale und internationale Partnerorganisationen gemeinsam daran gearbeitet, aus der Vision ein wirkungsorientiertes Zentrum mit internationaler Strahlkraft zu entwickeln.

 

Zentrum soll globalen Herausforderungen wie dem Artensterben begegnen

Das FCC reagiert auf die zunehmenden globalen Herausforderungen des Artensterbens, des Verlusts intakter Ökosysteme und der wachsenden Abhängigkeit wirtschaftlicher Systeme von unverzichtbaren Naturgrundlagen. Es versteht sich als offene Plattform für Kooperationen. Unternehmen, Stiftungen, Forschungseinrichtungen, staatliche Akteure sowie engagierte Einzelpersonen sind eingeladen, sich einzubringen – etwa bei Fragen zu nachhaltigen Wertschöpfungsketten, biodiversitätsbezogenen Risiken, Bildungsangeboten oder konkreten und zukunftsgerichteten Naturschutzprojekten.

„Das Frankfurt Conservation Center steht für die Überzeugung, dass die großen Herausforderungen des Naturschutzes nur gemeinsam bewältigt werden können. Es bringt Menschen, Ideen und Institutionen zusammen, die bisher oft getrennt gearbeitet haben, und schafft daraus eine neue Kraft für wirksames Handeln. Im Zentrum steht nicht der Aufbau einer weiteren Struktur, sondern das Zusammenführen bestehender Stärken zu etwas Größerem. So entsteht ein Raum, in dem Zusammenarbeit Wirkung entfaltet, die über das hinausgeht, was einzelne Organisationen allein erreichen könnten – und in dem aus gemeinsamen Ideen langfristige Veränderung wird“, erklärte FCC-Geschäftsführer Felix Gaschick vor etwa 150 geladenen Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in der Villa 102 der KfW Stiftung.

Gaschick leitet das FCC seit September 2025. Die Position wird von Conservation International finanziert. Er verfügt über mehr als 20 Jahre internationale Erfahrung im Natur- und Umweltschutz. Seit seinem Amtsantritt wurden bereits die strategische Roadmap „From Vision to Impact“, ein Collaborative Conservation Fund sowie erste gemeinsame Initiativen aufgebaut.

 

Drei Gründungsmitglieder: Goethe-Universität, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Zoologische Gesellschaft Frankfurt

Getragen wird das FCC von drei Gründungsinstitutionen: der Goethe-Universität Frankfurt, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Gemeinsam mit Partnern wie Conservation International, dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), der KfW Stiftung, BioFrankfurt, TRAFFIC, dem Zoo Frankfurt, KPMG und der Nature Trust Alliance entsteht so ein einzigartiges Netzwerk für internationalen Naturschutz.

„Der rapide Verlust biologischer Vielfalt lässt sich nicht allein durch Forschung aufhalten. Die bisherigen Naturschutzstrategien reichen nicht aus, um die Vielfalt der Natur und ihre unverzichtbaren Leistungen langfristig zu sichern. Mit dem FCC beschreiten wir daher neue Wege: Es verbindet Wissenschaft, Praxis und Politik, um Natur- und Artenschutz interdisziplinär und lösungsorientiert voranzubringen. Senckenberg bringt seine Expertise in Biodiversitätsforschung, Monitoring und internationalen Wissenschaftsnetzwerken ein und unterstützt insbesondere den Aufbau des FCC Data & Knowledge Hub“, so Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Klement Tockner.

Das Zentrum mit Sitz in der Mainmetropole verfolgt einen interdisziplinären Ansatz: Forschung, Ausbildung, konkrete Naturschutzpraxis, öffentliche Vermittlung und der Dialog mit der Finanzwirtschaft sollen gezielt miteinander verbunden werden. Unter dem Leitmotiv „Connecting Minds – Expanding Horizons“ schafft das FCC neue Allianzen. Das Frankfurt Conservation Center versteht sich bewusst nicht als zusätzliche Einzelinstitution, sondern als Plattform, die bestehende Kompetenzen bündelt und Kooperationen ermöglicht. Mit einer schlanken Governance-Struktur sollen Synergien geschaffen und bestehende Initiativen wirkungsvoll vernetzt werden.

„Das FCC bietet die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Naturschutzarbeit enger zu verzahnen. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt bringt ihre jahrzehntelange Erfahrung im internationalen Schutzgebietsmanagement, ihre weltweiten Netzwerke und ihre Praxisperspektive in die Arbeit des FCC ein“, erläutert der Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt Dr. Christof Schenck.

„Universitäten haben nicht nur die Aufgabe, Wissen zu erzeugen, sondern auch die gesellschaftliche Transformation aktiv mitzugestalten. Das FCC schafft hierfür einen wichtigen Rahmen. Wir bringen unsere interdisziplinäre Expertise sowohl in der Forschung als auch unsere Stärke in der Ausbildung und Nachwuchsförderung in das Zentrum ein“, so Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt.

 

FCC soll eigenes Gebäude auf dem Gelände des Zoo Frankfurt bekommen

Um dem Netzwerk auch einen physischen eigenen Ort zu geben, soll das FCC perspektivisch auf dem Gelände des Frankfurter Zoos angesiedelt werden. Die Stadt Frankfurt bietet mit ihrer einzigartigen Verbindung aus internationaler Finanzwelt, exzellenter Wissenschaft und langjähriger Naturschutzpraxis ideale Voraussetzungen für das FCC. Derzeit werden die Grundlagen für den architektonisch und ökologisch beispielhaften Standort, der Wissen, Praxis und Öffentlichkeit miteinander verbindet, entwickelt.

„Frankfurt bringt eine außergewöhnliche Vielfalt an Kompetenzen aus Forschung, Naturschutz und Finanzwirtschaft zusammen. Mit dem Frankfurt Conservation Center entsteht eine Plattform, die diese Stärken gezielt vernetzt und für den internationalen Naturschutz wirksam macht. Das FCC mit seinem künftig eigenen Gebäude in unserem städtischen Zoo stärkt Frankfurts Profil als international sichtbarer Standort für Innovation und nachhaltige Entwicklung“, betont die Frankfurter Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Dr. Ina Hartwig.

 

Pressemitteilung des Frankfurt Conservation Center