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Christliche Religions- und Kulturtheorie

apl. Professur

Allgemeine Bestimmung des Fachs

Die Professur "Christliche Religions- und Kulturtheorie" will in einem Zwischen-Raum der gängigen theologischen Disziplinen und in gewisser Nähe zur Fundamentaltheologie und Kulturwissenschaft eine kritische Wahrnehmung religionsaffiner Phänomene der jüngeren Gegenwartskultur leisten.
 

Methode und Definition

Die neue Disziplin fußt auf der Annahme, dass hier wesentliche religionspolitische, ja nicht selten ausdrücklich theologiehaltige Debatten geführt werden. Allerdings nicht nach den Regeln der alteuropäischen Textkulturen, sondern auf dem aktuellen Stand technisch hochgerüsteter ikonologischer Erzählkunst und mit globaler kultureller Durchdringungskraft.
Die Basistheorie im Hintergrund speist sich aus der christlich-theologischen Tradition, erlaubt sich aber pragmatisch Anleihen in der Philosophiegeschichte oder Literaturtheorie, hier insbesondere bei der Rezeptionsästhetik und fiktionalen Anthropologie Wolfgang Isers und diversen kritischen Theorien.

Zur Zeit entfaltet das kulturwissenschaftliche Paradigma nicht nur in den Religionswissenschaften, sondern auch in der Theologie unübersehbare Sog- und Nivellierungswirkungen. Man spricht vom cultural turn, der den linguistic turn abgelöst habe und in dem der iconic turn nur eine Episode darstelle. Hier wäre für ein geregeltes methodisches Verhältnis zwischen der Theologie und solchen Disziplinen zu plädieren, anstatt sich in einen philosophischen oder theologischen Binnendiskurs wegzuducken oder mit gutem Grund immer auch normativ operierende Wissenschaftsparadigmen wie Theologie und Philosophie in reine Phänomenologie aufzulösen.

Christliche Religions- und Kulturtheorie ist also vor allem insofern christlich, als sie sich nicht schämt, an die Phänomene zeitgenössischer Kultur immer wieder diese Messlatte der christlichen Tradition anzulegen: Die Verehrung und Nachfolge des unter uns lebenden, leidenden und sterbenden Gottes, Jesus Christus, dessen universale Heilswirklichkeit in seiner Auferstehung vom Tode bekräftigt wird.

Katholische Theologie

apl. Prof. Dr. Joachim Valentin

Porträtfoto Joachim Valentin

Christliche Religions- und Kulturtheorie

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